Pflege Info’s

Piercing Pflege

An dieser Stelle findet jeder Informationen

  • zum Heilungsprozess
  • zu der Eignung von Pflegemitteln und

Ausserdem Tipps und Trick, wenn passiert, dass sich doch eine Entzündung bildet.

Piercing Pflege / Entzündungen

Wenn die Haut trocken wird und schuppt, liegt es oft auch daran, dass man sein Piercing zu häufig oder mit zu starken Mitteln reinigt. Trockene Haut kann Infektionen begünstigen, da die Hautschicht anfällig und der Selbstheilungsmechanismus gestört ist.
Man braucht ein Piercing normalerweise nicht häufiger als 2-3 Mal am Tag zu reinigen.

Oftmals treten Infektionen treten auf, wenn das Piercing ständig mit ungewaschenen Händen berührt und bewegt wurde, oder wenn es nicht richtig gereinigt wurde. Deine Haut ist dicht mit Bakterien bevölkert, und unter diesen sind auch solche, die Wundinfektionen verursachen.

Infektionen erkennt man an folgenden Anzeichen:

  • Rötung der Haut um das Piercing herum
  • Erwärmte Hautstelle und auch Schwellung
  • Schmerzen und Juckreiz
  • Flüssigkeitsaustritt (Eiter)

Bildet sich Eiter, sollte dder Piercing Schmuck nicht entfernt werden, da der Infektionsherd in der Haut eingeschlossen werden kann. Besser ist es, man lässt sich vom Fachmann (Piercer oder Piercerin) vorübergehend einen dünneren Piercing Schmuck einsetzen.

Wenn Körperflüssigkeit (Eiter, Wasser) nicht abfließen könnte, und sich ein Abszeß (Knoten, Verhärtung unter der Haut) gebildet hat, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Abhilfe schaffen dann Antibiotika oder die chirurgische Öffnung des Abszeß (keine Angst, meist reicht ein kleiner Schnitt aus).

Generell muss man beachten:
Hat sich eine Infektion gebildet, sollte sie auch umgehend behandelt werden.

Zur Unterstützung des Eiterabflusses ohne ärztliche Hilfe, wirken vor allem Mittel, die die Durchblutung der betroffenen Hautstellen fördern wie

  • Salzwasserbäder
    9 g (ca. 2 gestrichene Teelöffel) in einem Liter kochendem Wasser aufkochen, dann auf Körpertemperatur abkühlen, danach die entzündete Piercing Stelle versuchen, irgendwie für 5-10 Minuten damit in Verbindung zu bringen (Vorsicht, Verrenkungsgefahr). Am besten irgendwie Schüssel oder so verwenden, die danach heis ausgewaschen werden sollte oder desinfizieren.
  • heiße Kompressen
    saubere Handtücher oder Einwegmaterial wie Verbandstücher benutzen, Wattebällchen fusseln! Man kann die Kompresse auch heiß-warmen Salzwasser befeuchten, und auf das Piercing legen, bis sie abgekühlt ist.
  • Wenn man nicht gegen Jod allergisch ist, kann man auch entsprechende Salben (z.B. nachts) auftragen.

Sofort zum Arzt gehen muss man, sollte man eins der folgenden Dinge erleben:

  • Fieber, Schüttelfrost
  • Gelenkschmerzen
  • Abgeschlagenheit, Schwindel
  • schnell ausbreitende Rötungen
  • Probleme mit Hautstruktur (Dellen und Knubbel)

Nicht selten lösen Piercing Schmuck Materialien Allergien aus, besonders wenn sie Silber oder Nickel enthalten.

Eine Nickel oder Metallallergie erkennt man in der Regel an leichtem Jucken an der Piercingstelle in Verbindung mit Rötungen, Blasenbildung und Hautschuppung.

Eine Metallallergie sollte man in Betracht ziehen, wenn man sonst keinen Grund dafür ausmachen kann, dass ein Piercing nicht ausheilt.

Nickel ist enthalten

  • im sogenannten “Chirurgenstahl” und
  • teilweise in Gold

Aus diesem Grund dürfen nur Materialien eingesetzt werden, die weniger als 0,05% Nickel enthalten. Als Ersteinsatz kommen damit also nur

  • Titan (rein oder als Aluminium-Vanadiumlegierung)
  • Teflon
  • Niobium
  • Implantatstähle (nicht aber Chirurgenstahl und herkömmlicher Implantatstahl).

Hat man eine Metallallergie, muss man nicht auf piercing verzichten, da es eine Vielzahl nickelfreier Piercing Schmuck Stücke gibt.

Piercing Pflege / Heilung

Bei der Wundheilung durchläuft man folgende Phasen:

  1. Entzündung
  2. Reparatur
  3. Festigung

Diese Phasen gehen in einander über.

  • Die Dauer des Heilungsprozesses ist unterschiedlich und hängt auch von den individuellen Heilungsmechanismen ab.
  • Die entzündliche Phase beginnt mit dem Stechen des Piercing.
  • Nachdem aufgetretene Blutung (nicht immer der Fall) zum Stillstand gekommen ist, wird die Durchblutung in der Umgebung des Piercings gesteigert.

Man kann das erkennen daran erkennen, dass die Haut gerötet ist und auch leicht warm sich anfühlt (ca. einer Woche lang, die leichte Rötung kann auch länger bleiben). IN dieser Phase kann es auch zum Austritt von Wundflüssigkeit kommen. Die Armee der weißen Blutkörperchen sorgt dafür, dass sich keine Blutgerinnsel bilden, und bekämpfen kleinste eindringende Bakterien, die trotz aller Hygienemassnahmen angreifen.

Danach beginnt die Reparatur des Gewebes.

Reparaturphase
Die Reparaturphase ist durch das Auftreten von “Granulationsgewebe” gekennzeichnet. Es wird später die “Röhre” um den Piercingschmuck bilden. Bis dieser Prozeß abgeschlossen ist, wird ständig weißliche Wundflüssigkeit austreten und an den Austrittslöchern sowie am Schmuck zu gelblichen Krusten festtrocknen. Jetzt ist das Piercing sehr empfindlich. Die Rötung wird jetzt langsam immer weiter verw´schwinden, und die Wunde wird mehr und mehr einem Piercing ähnlich.

Festigung des Hautkanals
Damit der Schmuck “festwächst”, man Piercingschmuck guter Qualität verwenden. Man sollte während dieser Zeit den Schmuck nicht entfernen. Die Wundflüssigkeit würde dafür sorgen, daß der Sichkanal zusammenklebt, was das Wiedereinsetzen des Schmucks schwierig oder sogar unmöglich macht. Das kann innerhalb weniger Minuten passieren! Wenn man denn den Schmuck unbedingt austauschen muß, sollte man den neuen Schmuck direkt hinter dem alten herschieben. Es könnte mehrere Monate dauern, bis das Piercing wirklich belastbar ist (Gewichte).

Piercing Pflege / Pflegemittel

Sehr gut geeignet:

  • Salzwasserlösung 0,9% (9 g/Liter kochendes Wasser, abkühlen lassen, nicht auf Vorrat aufbewahren)
  • Kamillenbäder mit Kamillenextrakt (NICHT für Allergiker)
  • Octenisept – schonendes Wund- und Schleimhautdesinfektionsmittel
  • pH neutrale Waschlotion oder Seifen

Bedingt geeignet:

  • Bepanthen – Spray (Salbe dünn auftragen)
  • Iod Salbe/Lösung (Achtung bei Allergie)
  • Listerine/Mundspülungen, z.B. für Zungenpiercings 1:2 oder 1:3 verdünnt
  • Teebaumöl nur verdünnt, da sonst zu starke Reizung

Nicht geeignet:

  • Ohrlochantiseptika
  • alkoholischen Hautdesinfektionsmittel

Piercing Pflege / Reinigung

Ein Piercing ist keine Schnitt- oder Schürfwunde. NIEMALS das frische Piercing mit ungewaschenen Fingern anfassen.

Die Wundflüssigkeit trocknet an Wundrand und Schmuck zu gelblichen Krusten ein. Man sollte vermeiden, diese einfach abreißen oder abzufrimeln, da man sonst den Wundrand aufreißt. Lieber morgens und abends mit warmen Wasser benetzen, so dass diese weich werden, und dann vorsichtig abschälen.

Nicht meinen, man müsse den Schmuck hin – und herbewegen. Dafür gibt es keinen vernünftigen Grund. Der richtige Piercing Schmuck (Erstschmuck) wächst nicht fest. Im Gegenteil: Das Gewebe ist während der Heilung ziemlich empfindlich, so dass durch zu viel bewegen Heilungprozesse verlängert werden.

Vielfach wird empfohlen, nach der Reinigung ein desinfizierendes Mittel aufzutragen. Solche Mittel sollte man nicht mehrmals täglich oder sogar monatelang verwenden, da diese Mittel auswirkungen auf das Immunsystem haben, und die Selbstheilung der Haut verhindern können.